Univ.-Prof. Dr. med.
Joachim Hassenpflug
Präsident 2007 (DGOOC)
Univ.-Prof. Dr. med.
Kuno Weise
Präsident 2007 (DGU)
Dr. med.
Siegfried Götte
1. Vorsitzender (BVO)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Gäste,

herzlich willkommen zum Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie!
Unter dem Motto: „Blick nach vorn – Stillstand ist Rückschritt“ finden Sie während der 4 Kongresstage vom 24. - 27. Oktober 2007 ein interessantes und attraktives Programm mit ganz unterschiedlichen Themen und einer breit gefächerten Ausrichtung.

Fast alle wissenschaftlichen Themen haben wir für beide Fachgebiete gemeinsam angelegt, jeweils mit Vorsitzenden aus beiden Bereichen. Besonders ausgewiesene Referenten wurden zu eingeladenen Vorträgen gebeten, erfahrene Moderatoren fassen am Ende der Sitzungen die wesentlichen Inhalte als wertende „Take-Home-Message“ zusammen. Ein gesonderter modellhafter Sitzungsblock mit Beiträgen zu aktuellen Kontroversen in unseren Fachdisziplinen wird von eingeladenen Kommentatoren nach Maßgabe der „Evidence Based Medicine“ bewertet und macht so dem Zuhörer die Sachverhalte transparent. Poster in Kurzbeiträgen werden in einer der Rotunden mit besonderem Ambiente präsentiert und diskutiert, die Besten mit Preisen prämiert.

Fort- und Weiterbildungen wurden neu und übersichtlich gegliedert. Die für die Weiterbildung und zur gemeinsamen Facharzt-Kompetenz angebotenen Kurse sind durch einheitliche Vorgaben strukturiert. Jeder Kursteilnehmer erhält ein Handout. Sitzungen zu „Tipps und Tricks“ sind vorzugsweise für die Zielgruppe in der Weiterbildung zur „Speziellen Unfallchirurgie“ oder „Speziellen Orthopädischen Chirurgie“ gedacht. Anschließend stehen die Referenten den Teilnehmern im persönlichen Gespräch Rede und Antwort. Für die Expertenrunden wurden Spezialisten zu bestimmten Themenkreisen für Diskussionen auf fortgeschrittenem Niveau gewonnen. Den in der Praxis tätigen Kollegen bietet der Kongress über die Sitzungen zu operativen Behandlungen hinaus besonders interessante Inhalte zur Fort- und Weiterbildung des täglichen Leistungsspektrums.

Für kontrovers diskutierte Themen mit berufspolitischem Hintergrund konnten namhafte Referenten gewonnen werden. Aufgrund der gesundheitspolitischen Aktualität erwarten wir uns hierzu, wie auch bei den wissenschaftlichen Themen, lebhafte Diskussionen. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus der Industrie haben wir spezielle Sitzungen geplant, um die vielfältigen Beziehungen und Kooperationsmöglichkeiten, aber auch aktuelle Probleme zu diskutieren.

Unser Kongress soll das Bewusstsein für die von der WHO etablierte „Bone and Joint Decade" und damit für die Bedeutung muskulo-skeletaler Erkrankungen und Verletzungen innerhalb der Kollegenschaft stärken und deren Bedeutung unterstreichen. Die Kongressteilnehmer werden zu dieser Thematik sachkundig informiert, damit sie die Botschaft nach außen weitertragen können. Der gesamtwirtschaftliche Verlust durch direkte Behandlungskosten sowie durch indirekte Aufwendungen für die Folgen von Erkrankungen und Verletzungen liegt in unseren Fachgebieten jährlich bei ca. 100 Milliarden Euro, also etwa bei 5 Prozent des Brutto-Inlands-Produktes. 40 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage sind durch muskulo-skeletale Krankheiten bedingt. Experten rechnen aufgrund der erwarteten demographischen Entwicklungen mit einem weiteren Anstieg. Viele der wissenschaftlichen Themen wie z.B. „Unfälle und Erkrankungen im Alter“ oder "Komplexe Situationen in der Endoprothetik“, die Sitzungen zu Wirbelsäulenerkrankungen und zur Schmerztherapie sowie Fragen der Versorgungsforschung greifen aktuelle Fragen aus diesen Bereichen auf und repräsentieren die orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgungsstrukturen in Klinik und Praxis.

In Mittagsvorlesungen sprechen renommierte Persönlichkeiten zu Themen, die vielfach über das eigene Fach hinausreichen und ebenso neue wie spannende Perspektiven aufzeigen. In der Eröffnungsveranstaltung wird der Mediziner und Theologe Manfred Lütz zum Thema Lebenslust - über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit sprechen. Prof. Kuner erinnert in seiner Erich-Lexer-Vorlesung am Eröffnungstag an einen der Väter unserer beiden Fächer. Am Donnerstag wird Prof. Tillman die Pauwels-Gedächtnisvorlesung über die Kausale Histogenese von Erkrankungen der Bewegungsorgane halten, am Freitag spricht Prof. Nefjodow über den Gesundheitsmarkt als Wachstumslokomotive und Prof. Raffelhüschen widmet sich dem Thema Gesundheitssystem und Demografie. Am Abschlusstag stellt uns Prof. Heydemann das Lernen aus den Innovationen der Natur vor und Prof. Hollmann beleuchtet Zusammenhänge zwischen körperlicher und geistiger Aktivität.

Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie soll mit einigen formalen und inhaltlichen Neuerungen, seinem wissenschaftlichen, berufspolitischen sowie Fort- und Weiterbildungsprogramm ein Forum für die Kommunikation mit Kollegen und Freunden sein, lebhafte wie fruchtbare Diskussionen zwischen Gleichgesinnten und Andersdenkenden fördern und anstoßen. Rahmenveranstaltungen wie der Eröffnungsabend, die Kongressparty, der Ausstellungsbereich mit den bekannten und beliebten Treffpunkten sowie der „freie Donnerstagabend“ schaffen Gelegenheit zum Gedankenaustausch, in eigens konzipierten Parallelveranstaltungen auch mit unseren Partnern aus der OP-Pflege und der Physiotherapie.

„Stillstand ist Rückschritt“ . Nutzen wir die Möglichkeit, Gemeinsamkeiten zu schaffen, die Fächer weiter zusammenzuführen und den „Blick nach vorn“ auf die zukünftigen Entwicklungen zu richten. Wir haben allen Grund, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken, wenn wir sie heute aktiv gestalten.


Joachim Hassenpflug Kuno Weise Siegfried Götte