Seite druckenMittagsvorlesungen


Prof. Dr. med. Werner MüllerMittwoch, 22.10.2008, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 3
Biomechanik – von der Statik in die Bewegung und deren Steuerung
Müller W. (Basel)

Vorsitz: Grifka J. (Bad Abbach)

Der Referent der diesjährigen Pauwels-Gedächtnisvorlesung, Prof. Dr. med. Werner Müller, geb. 28.01.1933, ist seit 1998 emeritierter Professor extraordinarius für Orthopädische Chirurgie an der Universität Basel. Er ist ehemaliger Leiter der Orthopädischen Traumatologie der Universität Basel und danach der Orthopädischen Abteilung des Kantonspitals Bruderholz, Schweiz.

Den Kolleginnen und Kollegen ist er durch seine Präsenz und Mitgliedschaft in diversen nationalen und internationalen orthopädischtraumatologischen Gesellschaften, diversen Buchbeiträgen und Veröffentlichungen bekannt. Die letzte große Ehre erfuhr er durch die Berufung in die ”hall of fame” der AOSSM. Insbesondere ist ”Gelenk-Müller” jedoch durch seinen schweizer AO-Hintergrund ein Begriff, der als Schüler und Kollege von namhaften Kollegen wie Prof. Georges Chapchal, Prof. Rudolf Nissen, Prof. Martin Allgöwer und Prof. Erwin Morscher arbeitete.

Entsprechend dem verheißungsvollen Titel ”Biomechanik – von der Statik in die Bewegung und deren Steuerung” wird Prof. Müller die Tradition der Pauwels-Gedächtnisvorlesung fortführen und einen Überblick über Anfang, Entwicklung, Zukunft, Bedeutung und Vernetzung von Biomechanik und Orthopädie geben. Abgesehen von den osteoligamentären Strukturen wird er hier insbesondere auch auf die Bedeutung der Weichteile und Sensomotorik eingehen.

1952-1959
Studium der Humanmedizin an den Universitäten von Basel, Wien und Paris
1960-1963
Assistent an der Chirurgischen Abteilung des früheren Krankenhaus Davos, Schweiz
(Dr. Franz Jakob)
1963-1964
Assistent an der Kinderchirurgischen Abteilung am Kinderkrankenhaus Basel
(Prof. Robert Nicole, Prof. Willy Taillard und PD Erwin Morscher)
1964-1970
Assistent und ab 1967 Oberarzt an der Orthopädischen Klinik der Universitätsklinik Basel
(Prof. Georges Chapchal) (Chirurgische Klinik
(Prof. Rudolf Nissen und später Prof. Martin Allgöwer))
1970-1978
Sektionsleiter Orthopädische Traumatologie
(Prof. Erwin Morscher)
1978
Gewählter Leiter der neu zu gründenden orthopädischen Abteilung im jungen Kantonsspital Bruderholz bei Basel
1982
Habilitation zum Privatdozent der Universität Basel
1990
Professor extraordinarius für Orthopädische Chirurgie der Universität Basel
1998
Emeritus Status


Dr. von StillfriedDonnerstag, 23.10.2008, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 2
Quo vadis Orthopädie/Unfallchirurgie?
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2020 - Bedarf an Orthopäden und Unfallchirurgen
von Stillfried D. (Berlin)

Vorsitz: Götte S. (Berlin)

Die Studien zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung der vergangenen Jahre lassen einen dramatischen Arztmangel befürchten und haben somit auch einen besorgten Ausblick auf die ärztliche Versorgung für unser Fach Orthopädie/Unfallchirurgie gegeben.

Mit der jüngsten Gesundheitsreform hat zudem für die Ärzteschaft eine neue Zeitrechnung begonnen. Die Hauptherausforderung lautet dabei Wettbewerb. Dafür ist es erforderlich, die Rahmenbedingungen zu kennen und daraus die für eine umfassende medizinische Versorgung, insbesondere in unserem Fach, auf das durch die demographische Entwicklung enorme Patientenzahlen zukommen werden, notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen.

Diese Aufgabe muss bei der Krankenhausplanung und der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses bedacht werden. Somit sind die aktuellen Entwicklungen der Weiterbilddungsordnung und Bedarfplanungsrichtline keine abstrakten Größen, sondern werden sich direkt auf die medizinische Versorgung der kommenden Jahrzehnte auswirken.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, das Dr. von Stillfried seit Beginn 2008 als Geschäftsführer begleitet, widmet sich vorrangig der wissenschaftlichen Begleitforschung der vertragsärztlichen Versorgung. Dr. von Stillfried, der vorher für die KBV im Bereich Versorgungsforschung tätig war, ist ein hervorragender Kenner dieser Materie und wird aus dieser Perspektive einen interessanten Ausblick auf die vielgestaltige Problematik geben.


Prof. Dr. Eckard MinxFreitag, 24.10.2008, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 2
Zukunft und Innovation
Minx E. (Berlin)

Vorsitz: Ekkernkamp A. (Greifswald)

Prof. Dr. Eckard Minx (geb. 1949) ist Leiter der Forschung "Society and Technology Research Group" der Daimler AG in Berlin, Palo Alto und Kyoto. Außerdem ist er Mitglied des Vorstandes der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung in Ladenburg. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften (Dipl.-Volkswirt, Dipl.-Kaufmann) an der Freien Universität Berlin promovierte er zum Dr. rer. pol. im Fachgebiet Volks- und Weltwirtschaft der FU Berlin.

Nach einer Tätigkeit im internationalen Anlagenbau ist er seit 1980 Mitarbeiter der Daimler AG. Seit 1990 ist er Honorarprofessor für das Fachgebiet "Soziologie der Technik" an der FHTW Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Zukunftsanalytik, Innovationsmanagement und Organisationsentwicklung.

Viele unserer Entscheidungen, und gerade jene mit langem Zeithorizont und weit reichenden Konsequenzen, müssen heute in einem turbulenten Umfeld ganz bewusst und mit Blick auf die Handlungsfolgen getroffen werden. Die gewachsene Reichweite von Entscheidungen und die gewachsene Einsicht in diese Reichweite lassen zudem den Ruf nach einer umfassenden Welt- und Problemsicht laut werden. Die Notwendigkeit, sich gezielt mit Zukunft zu beschäftigen, hat hierin einen ihrer zentralen Gründe. Drei Aspekte sind dabei wichtig:

1
Wir werden die Zukunft zwar nie vorauswissen können, aber vorbeugendes Nachdenken ist eine der Voraussetzungen für vorbeugendes Handeln. Ohne jegliche plausible Vorstellung über die Zukunft kann kein vernünftiges Verhalten begründet werden. Wir brauchen die gedankliche Analyse möglicher zukünftiger Entwicklungen, denn unsere Entscheidungen orientieren sich an Erwartungen: "Denken auf Vorrat" lautet die Devise.
2
Entwicklungen früher als Wettbewerber zu erkennen, einzuschätzen und nach den jeweiligen Chancen und Risiken zu beurteilen, ist eine der Erfolgsbedingungen unternehmerischen Handelns.
3
Innovative Institutionen nutzen Visionen, um die Bedürfnisse von morgen zu antizipieren und mitzuprägen. Zukunftsvisionen dienen der Risikoeingrenzung wie auch der aktiven Einfl ussnahme auf das Geschehen. Durch hohe Flexibilität und Orientierung an langfristigen Zielen begründen sie Wettbewerbsvorteile. Gefragt sind somit Anhaltspunkte, die einigen Erschütterungen widerstehen, die etwas mehr Stabilität im immerwährenden Wandel aufweisen und die über das Faktenwissen hinaus auch Orientierungswissen zur Verfügung stellen.

In seinem Vortrag "Zukunft und Innovation" zeigt Prof. Minx, welche Bedingungen wir bei Prozessen der Zukunftsgestaltung zu berücksichtigen haben und welchen "kognitiven" Herausforderungen wir uns dabei stellen müssen.