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letzte Änderung
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Aktualisiert am: 01.10.2009  

Mittagsvorlesungen

MI11
PAUWELS-GEDÄCHTNISVORLESUNG
Begrüßung und Moderation
Günther K. (Dresden)
60’
Mittwoch, 21.10.2009, 13:00 – 14:00 Uhr, Saal 3
Femoroacetabuläres Impingement – häufiger Initiator der Coxarthrose
Ganz R. (Gümligen)


Prof. Dr. Reinhold Ganz
Das Konzept des Femoroacetabulären Impingement (FAI), welches maßgeblich von Prof. Dr. med. Reinhold Ganz und den Mitarbeitern seiner Berner Arbeitsgruppe in den vergangenen Jahren entwickelt wurde, beschreibt einen außerordentlich wichtigen Risikofaktor in der Entstehung von Coxarthrosen. Es hat unsere Vorstellungen von Ätiologie und Pathogenese der Coxarthrose als einer der wichtigsten orthopädischen Erkrankungen grundlegend verändert. Die dem Konzept zugrundeliegende biomechanische, pathomorphologische und klinische Forschungsarbeit wird vom diesjährigen Preisträger der Pauwels-Medaille in unserer Mittagsvorlesung zusammengefasst, womit er im besten Sinne die Tradition dieser herausragenden Veranstaltung fortführt.

Prof. Dr. med. Reinhold Ganz, geboren am 20. August 1939 in Karlsruhe, war von 1981 bis 2004 Ordinarius für Orthopädie an der Universität Bern. Während dieser Zeit hat er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die Operationstechnik der ”Bernese Periacetabular Osteotomy” international etabliert, völlig neue Korrekturverfahren am proximalen Femur entwickelt und damit wirksame Behandlungsmöglichkeiten des Hüftimpingement ermöglicht. Die hervorragende Bedeutung seiner Arbeiten kommt in einer Vielzahl von renommierten Wissenschaftspreisen und Auszeichnungen zum Ausdruck, die er erhalten hat – zuletzt den ”Arthur Steindler Award” der Orthopaedic Research Society im Jahr 2008. Derzeit ist Prof. Dr. med. Reinhold Ganz ”President elect” der International Hip Society.

1958 - 1964
Studium der Humanmedizin an den Universitäten von Freiburg, Kiel, Berlin und Innsbruck
1964 - 1966
Assistenzarzt in Münsterlingen, Lahr und Waldshut
1966 - 1969
Assistenzarzt am Pathologischen Institut der Universität Basel
1969
Forschungsaufenthalt am AO-Institut Davos
1970 - 1980
Assistenzarzt bzw. Facharzt an der Orthopädischen Klinik der Universität Bern
1981 - 2004
Ärztlicher Leiter der Orthopädischen Klinik am Inselspital und Ordinarius für Orthopädie an der Universität Bern
2004 - 2007
Consultant Professor an der Universitätsklinik Balgrist, Zürich
seit 2004
Emeritus und Consultant Professor an der Orthopädischen Universitätsklinik Bern
seit 2006
Instruktor der ”North Italian Group for Joint Preserving Hip Surgery”



MI10
MITTAGSVORLESUNG DGU
Begrüßung und Moderation
Zwipp H. (Dresden)
60’
Donnerstag, 22.10.2009, 13:00-14:00 Uhr, Saal 2
Der Turm: Geschichte aus einem versunkenen Land
Tellkamp U. (Dresden)

Uwe Tellkamp

Uwe Tellkamp ist 1968 in Dresden geboren. Während seines Wehrdienstes in der NVA verliert er wegen »politischer Unzuverlässigkeit « seinen Medizinstudienplatz und wird 1989 wegen Befehlsverweigerung im Zuge der Wende für zwei Wochen inhaftiert. Es folgt eine kurzzeitige Tätigkeit als Gehilfe auf einem Braunkohleförderbagger und Hilfsdreher in einem Lichtmaschinenwerk vor dem Oktober 1989 sowie Arbeit als Hilfspfleger auf einer Intensivstation in Dresden. Ab 1990 Studium der Medizin in Leipzig, New York und Dresden. Nach seinem akademischen Abschluss arbeitet er als Arzt in der Unfallchirurgischen Klinik des Krankenhauses Dresden Friedrichstadt. Derzeit lebt er mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn als freier Schriftsteller in Freiburg.

Seinen ersten öffentlichen Auftritt als Schriftsteller hatte er 1992 in Dresden. Bislang sind von ihm erschienen: Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café (Faber & Faber, Leipzig, 2000), Der Eisvogel (Rowohlt, Berlin 2005) und Der Turm (Suhrkamp Frankfurt/M. 2008).
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Tellkamp durch den Vortrag eines Auszugs aus seinem Roman Der Schlaf in den Uhren im Juni 2004 in Klagenfurt, durch den er den Ingeborg-Bachmann- Preis gewann. Der Roman Der Turm, welcher im Dresden der Jahre 1982-1989 spielt, erhielt im Jahr 2008 den Uwe-Johnson-Preis und den Deutschen Buchpreis.

"Uwe Tellkamps großer Vorwenderoman Der Turm entwirft in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt. Am Beispiel einer bürgerlichen Dresdner Familie erzählt er von Anpassung und Widerstand in einem ausgelaugten System. Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politkadern. Uwe Tellkamp schickt seinen rebellischen Helden Christian Hoffmann auf eine Höllenfahrt, aus seiner Enklave in den Militärdienst bis zum Strafvollzug der NVA. Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu" , lautet die Begründung der Jury-Mitglieder für die Verleihung des "Deutschen Buchpreises" 2008.