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Mittwoch, 27.10.2010, 13:00 - 14:00 Uhr, Saal 2
Licht, Schatten und Bewegung - Eine Autobiographie
Volker Schlöndorff
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Volker Schlöndorff
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Geboren 1939 als Sohn eines Arztes in Wiesbaden, ging Volker Schlöndorff bereits 1956 als Schüler auf ein Jesuiteninternat in der Bretagne. Nach dem Baccalauréat studierte er in Paris Politische Wissenschaften. Gleichzeitig arbeitete er als Regieassistent mit Louis Malle, Jean-Pierre Melville und Alain Resnais. In dieser Zeit schreibt Schlöndorff das Drehbuch zu seinem ersten Spielfilm ”Der junge Törless”, der auch zum ersten internationalen Erfolg des jungen deutschen Films wird. 1966 erhält dieser Film in Cannes den Preis der internationalen Filmkritik.
Mit ”Die verlorene Ehre der Katharina Blum” (1975) nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll (Co-Regie: Margarethe von Trotta) gelang Schlöndorff auch ein Durchbruch an den deutschen Kinokassen. Wegen dieses Films und wegen seines politischen Engagements insgesamt wird er aber auch als Sympathisant an den Pranger gestellt.
Die Musik zu ”Katharina Blum”, wie auch zum ”Törless” und ”Swann”, schrieb Hans-Werner Henze. Aus der Begegnung mit Henze entstehen zwischen 1974 und 1984 auch mehrere Operninszenierungen Schlöndorffs, darunter ”Wir erreichen den Fluß” von Hans Werner Henze, ”Katja Kabanov” und ”Totenhaus” von Leos Janacek, sowie ”La Bohéme” und ”Lady Macbeth aus Mzensk”.
Sein Film ”Die Blechtrommel” (1979) nach dem Buch von Günter Grass erhielt die Goldene Palme in Cannes und einen Oscar in Hollywood. Als französisch-deutsche Coproduktion realisiert Schlöndorff 1983 in Paris ”Eine Liebe von Swann” nach Marcel Prousts Roman. 1984 dann entsteht in New York mit Dustin Hoffman eine Filmfassung von Arthur Millers ”Tod eines Handlungsreisenden”. Bei diesem Film arbeitet Schlöndorff erstmals mit John Malkovich zusammen.
In den USA, wo Schlöndorff für mehrere Jahre seinen Wohnsitz genommen hat, dreht er auch ”Ein Aufstand alter Männer” (1985) mit Holly Hunter und ”Die Geschichte der Dienerin” (1990) nach einem Drehbuch von Harold Pinter.
Beim Fall der Berliner Mauer beschließt er von New York nach Deutschland zurückzukommen, wo er 1991 ”Homo Faber” dreht. Gleichzeitig bemüht er sich um die Rettung der ehemaligen UFA/DEFA Studios in Babelsberg. Zwischen 1992 und 1997 widmet sich der Regisseur ausschließlich der Umwandlung des traditionsreichen Studiogeländes in eine moderne Medienstadt. Seit 2001 ist Volker Schlöndorff Vorsitzender des Vereins Europäisches Filmzentrum Babelsberg. Zwischen 1998 und 2003 entstanden noch weitere, erfolgreiche Filme in Deutschland und den USA.
Zurück auf der Bühne inszenierte er am Renaissance Theater in Berlin mit Mario Adorf ”Enigma”, ein Stück des Bestseller Autors (Mr. Ibrahim) Eric-Emmanuel Schmitt. 2004 inszenierte er an der Deutschen Oper Berlin Janaczeks ”Totenhaus”. 2005/6 realisierte er ”Strajk”, eine deutsch-polnische Coproduktion über die Solidarnocz-Bewegung.
2007 entstand in deutsch-französisch-kasachischer Coproduktion sein Film ”Ulzhan”.
Im darauf folgenden Jahr schrieb Volker Schlöndorff seine Autobiographie ”Licht, Schatten und Bewegung”, die im August 2008 im Hanser Verlag erschien.
2009 arbeitet er an der Inszenierung des Theaterstücks ”Und das Licht scheint in der Finsternis” von Lew Tolstoi mit Angela Winkler und Hans-Michael Rehberg. Das Stück wird im August und September als internationale Koproduktion der Stiftung Schloss Neuhardenberg und dem Staatlichen Museum Landgut Lew Tolstoi sowohl in Neuhardenberg als auch in Jasnaja Poljana aufgeführt.
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Prof. Dr.
Ferdinand Kirchhof
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Die Jurisdiktion ist neben der Legislative und Exekutive eine der drei Säulen unserer Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland.
Immer häufiger wird dabei das Bundesverfassungsgericht von den Bürgern in Anspruch genommen, um die Rechtmäßigkeit der Entscheidungen unserer Bundesgesetzgebung zu hinterfragen.
Im Rahmen der Erweiterung der Europäischen Union bekommt die ”supranationale” Gesetzgebung eine immer größere Bedeutung. Die Regelungswut in Brüssel stößt einerseits bei vielen auf Skepsis, andererseits erhoffen sich viele durch Vereinheitlichung - oft verwechselt mit Vereinfachung - der Lebens- und Arbeitsbedingungen einen besseren Zugang der Bevölkerung Europas zur Arbeit, Handel und auch zu den Dienstleistungen.
Die Medizin stellt dabei eine besondere Herausforderung an die EU. Die Mitgliedstaaten beharren auf ihre nationale Verantwortung für die Krankenversorgung. In Deutschland gibt es sogar Kassen für Gesunde, Gesundheitszentren,...
Gerne werden die preiswerteren Leistungen für Kuren in Polen, Tschechien et aliis von den Gesundheitskassen erstattet. Ebenso soll es schon Verträge mit Leistungsanbietern für Zahnersatz in Nachbarländern geben, um die vermeintlich zu hohen Kosten im eigenen Lande einzusparen. Haben nicht sogar schon Bürger aus Großbritannien eine Kostenübernahme für Operationen in Deutschland erhalten, weil die Wartezeit darauf in England zu lange wurde?
Doch wie verhält es sich bei der Erbringung von ambulanten, stationären Regelleistungen - Notfälle sind hier nicht gemeint - ? Deutschland hat da Einiges an Qualität und Quantität zu bieten. Wer will das bezahlen? Hat nicht auch der Sizilianer aus Catania, der Rumäne aus Bukarest ein Anrecht auf die gleiche gute Versorgung wie ein deutscher EU-Bürger?
Noch nicht allzu lange ist es Geschichte, dass der Ostberliner, Brandenburger AOK- Versicherte eine Zuzahlung hätte leisten müssen, wenn er in Westberlin beim Niedergelassenen zur Behandlung erschienen wäre. Gut, dass es heute vorbei ist.
Herr Prof. Dr. Kirchhof ist heute Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts und uns seit langem gut bekannt. Er vertritt die Säule unserer Demokratie, die wir noch nicht an Brüssel ”verloren” haben.
Wir freuen uns auf seinen Diskurs über die Freizügigkeit bei medizinischen Dienstleistungen in der EU und in Deutschland.
Helmut Mälzer, Präsident des BVOU
Berlin, im März 2010
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